Machen Lebensversicherungen noch Sinn?

Kaum ein Finanzprodukt ist einerseits so umstritten wie die Lebensversicherung, hat aber auf der anderen Seite eine solch immense Verbreitung. Dabei denken die meisten Verbraucher automatisch an Kapitallebensversicherungen, welche einerseits finanzielle Absicherung für den Todesfall der versicherten Person bieten, auf der anderen Seite einen Vermögensaufbau versprechen. Außer Acht bleibt dabei häufig die Risikolebensversicherung.

Inhaltsverzeichnis

  • Risikolebensversicherung ein wichtiges Instrument
  • Was ist mit fondsgebundenen Lösungen?

Risikolebensversicherung ein wichtiges Instrument

In bestimmten Situationen machen Risikolebensversicherungen auf jeden Fall Sinn. Junge Familien mit nur einem Ernährer, Immobilienerwerber oder auch Firmengründer sollten auf diese Form der Hinterbliebenenabsicherung oder Absicherung für Geschäftspartner nicht verzichten. Die Prämien sind absolut überschaubar und gerade im Zusammenhang mit einer Baufinanzierung eigentlich unverzichtbar. Anders verhält es sich mit Kapitallebensversicherungen. Die vergleichsweise hohen Beiträge bedingen auch hohe Provisionen für den Vertrieb, was wiederum die Rendite schmälert. Ein reines Sparprodukt ist für den Vermögensaufbau sinnvoller. Dazu kommt, dass der Garantiezins in den letzten Jahren deutlich zurückging und ab 2017 unter der Einprozentmarke angesiedelt sein wird. Die sehr konservative Geldanlagepolitik der Assekuranzen trägt ihr Übriges dazu bei, dass die Renditen eher überschaubar ausfallen. Wer aus seiner laufenden Kapitallebensversicherung aussteigen möchte, sollte prüfen, ob eine Rückabwicklung aufgrund von Formfehlern möglich ist.

Was ist mit fondsgebundenen Lösungen?

Mitte der achtziger Jahre kamen zum ersten Mal sogenannte Fondspolicen auf den Markt. Bei dieser Form der Lebensversicherung floss der Sparanteil nicht in Anleihen oder Hypotheken, sondern wurde in Fonds, vorzugsweise Aktienfonds angelegt. Durch die deutlich höhere Rendite am Aktienmarkt konnten diese Angebote gegenüber herkömmlichen Kapitallebensversicherungen deutlich punkten. Was in den angelsächsischen Ländern schon lange Tradition hatte, brauchte allerdings einige Jahre, bis es sich auch in Deutschland einen festen Platz im Angebotsportfolio sichern konnte. Zu groß war die Angst vor Aktieninvestments hierzulande. Als Ergänzung zu Lebensversicherungen mit klassischen Fonds bieten einige Unternehmen seit Kurzem auch Indexpolicen, Verträge mit sogenannten Indexfonds an.

Was für Indexpolicen generell, für einige fondsgebundene Angebote teilweise gilt, sollte vor der Anlageentscheidung allerdings gründlich geprüft werden. Einige Versicherer legen nicht die komplette Sparrate des Kunden in Fonds an, sondern nur die erwirtschafteten Überschüsse, also nur einen Bruchteil. Die Sparrate als solche wird weiterhin schön in schlecht verzinste Anleihen investiert – ein Renditekiller, auch wenn der Begriff Fondspolice doch die vollumfängliche Teilhabe an der Börse vorgaukelt.

Vor dem Hintergrund der sinkenden Garantiezinsen bieten immer mehr Gesellschaften nur noch Produkte ohne Garantie an. Es ist allerdings zu beobachten, dass die Verbraucher sich auf diese Variante noch nicht einlassen wollen. Die Kombination einer reinen Fondspolice mit dem gesetzlich garantierten Mindestzinssatz ist für viele die attraktivere Lösung.

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